MASSNAHMEN PROJECT PARTNER 2 

Laufverlängerung Raab - Hohenbrugg (Kurzfassung)
Das Projekt Laufverlängerung Raab Hohenbrugg besteht aus vier Teilen:

  1. Fischwanderhilfe – Kraftwerk Hohenbrugg
  2. Altarmanbindung
  3. Sohlniveauanhebung
  4. Sohlstufe Schiefer

Im Rahmen des Projektes „Open Wehr“ werden die beiden ersten Projektteile - Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Hohenbrugg und die Laufverlängerung - umgesetzt.

1. Fischwanderhilfe Wehranlage Hohenbrugg
Zur Herstellung der Durchwanderbarkeit wird beim Kraftwerk Hohenbrugg ein lokaler Umgehungsbach mit einer Wasserführung von rd. 400l/s als Fischwanderhilfe errichtet. Die Fischwanderhilfe wird zwischen dem rechten Ufer der Raab und der bestehenden Altarmschlinge als Umgehungsgerinne geführt und mündet im Bereich der Radwegbrücke in den Altarmauslauf. Danach wird die Fischwanderhilfe im rechten Ufer bis zum Unterwasserkolk des Kraftwerkes zurückgeführt. Die Mündung in den Unterwasserkolk des Kraftwerkes gewährleistet die optimale Auffindbarkeit der Fischwanderhilfe. Der Altarm bleibt als Stillgewässer und Laichgebiet für Fischarten, die in Stillgewässern laichen, angeschlossen.

2. Altarmanbindung - Laufverlängerung
Flussauf der Wehranlage Hohenbrugg wird durch die Reaktivierung des dort erhaltenen Altarmes eine Laufverlängerung der Raab von rd. 800m realisiert. Damit erhält die Raab in diesem Abschnitt ihr ehemaliges strukturreiches Gewässerbett zurück. Für die Umleitung der Raab aus dem derzeitigen regulierten Flussbett wird eine Schwelle errichtet, das regulierte Flussbett bleibt als Hochwasserentlastung erhalten. Der neue Flusslauf der Raab (Laufverlängerung) wird bis zu einer Abflussmenge, die ca. dem 1-jährlichen Hochwasser entspricht (rd. 70m³/s), voll durchflossen. Größere Hochwässer werden durch die Überstromschwelle zwischen der Laufverlängerung und dem regulierten Flussbett aufgeteilt. Um die Verlandung der Laufverlängerung zu verhindern ist ein Stauraummanagement durch Spülung des Stauraumes bei häufigen kleinen Hochwassern erforderlich.

3. Sohlanhebung
Die aktuell vom Kraftwerk Hohenbrugg eingestaute, rd. 1km lange Strecke zwischen dem Einlauf in die Laufverlängerung und der Sohlstufe Schiefer wird durch eine Sohlanhebung zu einer Fließstrecke. Durch diese Sohlanhebung wird auch die Sohlstufe Schiefer passierbar. Die gleichzeitige Anhebung der Begleitwege gewährleistet, dass die Hochwassersituation nicht verschlechtert wird. Für diese Maßnahme sind grob geschätzt 40.000m³ Material nötigt. Das Material kann vermutlich teilweise beim Bau der Laufverlängerung und teilweise bei der periodisch notwendigen Räumung der Unterwasserkolke der flussauf gelegenen Kraftwerke gewonnen werden. Die Anhebung der Sohle ist ein Projekt, das nur langfristig realisiert werden kann.

4. Sohlstufe Schiefer
Der Umbau der Sohlstufe Schiefer, die aktuell ein Hindernis für flussaufwärts gerichtete Wanderungen von Fischen darstellt, ist erforderlich, wenn in der flussab anschließenden Strecke die Sohle nicht angehoben wird. Die Durchwanderbarkeit kann in diesem Fall auch durch den Umbau zu einer Sohlrampe oder die Errichtung eines Umgehungsbaches hergestellt werden. 





OPENWEHR:
Durchgängigkeit bei Wehranlagen der Raab im Grenzraum!